Extremadura und Portugal

Korkeichen, Hitze und einsame Straßen

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Ruhetag (Montag 30.06.2003):
Lissabon

Der zentrale Platz am Rossio in Lissabon

Nach einer halbwegs angenehmen Nachtruhe trotz des Verkehrslärmes freue ich mich zum Abschluss auf ein paar Tage Stadtleben. Das Wetter wird zögernd besser, und nach dem Frühstück fahren Gilles und ich in die Stadt. Die Räder lassen wir am Camp, wir nehmen stattdessen einen der häufig fahrenden Busse.

Nach dem gestrigen Schlechtwettertag herrschen heute wieder angenehmste Bedingungen: ein frischer Wind, ein paar Schönwetterwolken und ansonsten Sonne satt, wunderbar! Wir erschließen die Stadt vom Platz an der Börse nahe dem Cais de Sodre. Das Stadtzentrum zieht mich gleich in seinen Bann. Auf den zentralen Plätzen um den Rossio herrscht weltstädtische Atmosphäre, die sich aber gemäß der portugisischen Ausprägung eher entspannt und zurückhaltend präsentiert. Zahlreiche Cafés, Brunnen und diverse Monumente machen den Aufenthalt spannend. Mir fallen die vielen dunkelhäutigen Menschen aus Afrika auf.

Nachdem wir das Stadtzentrum erkundet haben zieht es mich auf die Höhen. Gilles hat andere Pläne, und so mache ich mich allein auf den Weg hinauf zum Castelo, das hoch über der Altstadt aufragt. Über enge Strassen finde ich meinen Weg aufwärts, lasse mich aber von zwei exponierten Aussichtspunkten ablenken. Hier oben von der Kirche Igreja da Graša sind die Stadt und ihre umliegenden Hügel gut zu überblicken.

Das Castelo ist eine weitläufige Anlage mit ausgefeilten Befestigungsanlagen. Der Ausblick von hier oben könnte nicht besser sein. Das Stadtzentrum mit seinen engen Strassen und Plätzen liegt direkt unterhalb der Burg. Nach Süden schweift der Blick über den breiten Tejo mit seiner Hängebrücke zum Christus-Monument auf der anderen Flussseite. In der Ferne ist die Hügelkette der Serra da Arrabida gut zu erkennen. Hier oben lässt es sich gut aushalten. Neben dem guten Ausblick gibt es reichlich Schatten unter den Bäumen, ein lebhaftes Lüftchen vom Atlantik und natürlich ein Café.

Den Rest des Tages verbringe neugierig schlendernd in den Stadtvierteln, die sich direkt an das Stadtzentrum anschließen. Zwischendurch verlaufe ich mich im weitläufigen Gassengewirr von Bairro Alto und komme so erst spät wieder ins Camp zurück.

Dort treffe ich Gilles wieder, der in seiner Hängematte schaukelt. Wir verbringen den Abend mit kochen, trinken und quatschen.


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